DER KÖNIGSPLATZ

 

GESCHICHTE:      1860: Das Gögginger Tor und die vorgelagerte Bastion werden abgebrochen | Ab 1861: Jakob Graff und Ludwig Leybold legen den 'Gögginger-Tor-Platz' als Verbindung zwischen Altstadt und dem um den Bahnhof (1846) liegenden Stadterweiterungsgebiet an | 1881: Der Königsplatz (seit 1869) ist Haltepunkt der Pferdebahn |  1906: Die von Fritz Steinhäußer geplante Bürgermeister-Fischer-Straße verbindet den Königsplatz mit dem Moritzplatz; der Königsplatz wird zum wichtigsten Umsteigepunkt im Straßenbahnnetz | 1913: Ein zentraler Wartekisok, der 'Pilz' wird gebaut | 1933: Der Platz wird nach Adolf Hitler benannt | 1938: Hermann Giesler plant, den Königsplatz als Zentrum eines 'Gauforums' auszubauen | 1971: Das Hotel Kaiserhof (Martin Dülfer, 1891) und das Geschäftshaus Hermanstraße 1 (Krauß & Dürr) an der Mündung der Hermanstraße werden abgebrochen | 1975-1977: Der Hauptumsteigepunkt des ÖPNV wird von der Mündung der Anna- und Bürgermeister-Fischer-Straße in den südlichen Bereich des Königsplatzes verlegt, der frühere Umsteigepunkt, der so genannte 'Pilz' am Beginn der Bürgermeister-Fischer-Straße muß einer Brunnenanlage weichen | 1982: Die Villa Carl (Jean Keller) wird abgebrochen und die LEW-Zentrale errichtet | 2010-13: Der Platz wird erneut umgebaut, dabei das Haltestellengebäude neu errichtet und eine weitere Tramlinie (Nr. 6) über den Platz geführt. Die von Ludwig Leybold als 'Ringstraße' angelegte Achse Konrad-Adenauer-Allee und Fuggerstraße w verkehrsberuhigt. 

Augsburgs zentraler Platz ist annähernd rechteckig, weist aber eine Ausbuchtung im Mündungsbereich von Annastraße, Bürgermeister-Fischer-Straße, Zeugnisse und Wallstraße auf. Im südlichen und östlichen Bereich kreuzen alle Straßenbahnlinien Augsburgs; die Schienen führen in die Fugger., Bürgermeister-Fischer-, Herman- und Halderstraße sowie in die Konrad-Adenauer-Allee. Auch die PKW-Verkehrsachsen Schaezler- und Schießgrabenstraße münden in den Platz, dessen Fläche zum Teil zur Fußgängerzone gehört, zum Teil verkehrsberuhigt ist. Der Stadtboden ist je nach vorgesehener Nutzung geteert oder mit Platten belegt. Daneben prägen Restbestände der im 19. Jahrhundert angelegten Grünfläche den Freiraum. 
Im Norden und Osten wird der Königsplatz von einer Reihe Geschäftsbauten unterschiedlichen Baudatums gesäumt. Besonders markant sind die Eckbauten zur Bürgermeister-Fischer-Straße, das 'Riegele-Haus' (Hans Schnell, 1915) und der 'Königsbau' (Krauss & Dürr, 1912-14). Die Häuserzeile in der Raumflucht der Konrad-Adenauer-Allee liegt etwa auf Höhe der seit 1863 abgebrochenen Stadtmauer. Im Süden und Westen, an der Mündung des Doppelboulevards (Konrad-Adenauer-Allee und Schießgrabenstraße), der Herman- und der Halderstraße dominiert die wuchtige Büroarchitektur ('Deutscher Herold', 1974 von Hans Schrammel & Ernst Fuchshuber, 'Kaiserhof 2000', 1971-73 von Brockel & Müller sowie LEW-Zentrale). Im Süden steht auf dem Platz das Haltestellendreieck mir markantem, nachts beleuchtetem Flugdach, im Volksmund 'Tankstelle' genannt. 

Nach welchem König ist der Platz wohl benannt? Nach diesem               oder nach diesem               König? Letzterer steht aber lieber am Rathausplatz...

Der Königsplatz 1945 im Film

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